Unser Dornum

Die Orgel

Die St.-Bartholomäus-Kirche zeichnet sich aus durch die größte noch erhaltene Orgel des ostfriesischen Orgelbauers Gerhard von Holy, einem Schüler des berühmten Arp Schnitger. Sie ist zugleich die zweitgrößte historische Orgel Ostfrieslands. 1710/1711 wurde sie erbaut und noch während der Bauzeit von der Südseite der Kirche an die Westseite verlegt sowie um ein Brustwerk und ein selbständiges Pedal erweitert.

Die Bockwindmühle

Die Bockwindmühle in Dornum wurde 1626, also mitten im Dreißigjährigen Krieg, erbaut und ist damit die älteste erhaltene Windmühle Ostfrieslands. Bis 1960 war sie in Betrieb, dann wurde sie stillgelegt. Sie ging 1962 in den Besitz der Ostfriesischen Landschaft über, die die Mühle als ältestes technisches Bauwerk ihrer Art in Ostfriesland und damit als Kulturdenkmal erhalten wollte.

Die Synagoge

Die Dornumer Synagoge ist die einzige in Ostfriesland, die der Brandschatzung während der Reichspogromnacht 1938 entging. Ein eigener jüdischer Betraum wurde erstmals um 1730 erwähnt. Bis dahin hatten sich, unter wohlwollender Duldung des Barockfürsten Haro Joachim von Closter auf der Norderburg, dem heutigen Schloss, ein paar jüdische Handwerker und Kaufleute in Dornum angesiedelt. Die jüdische Gemeinde wuchs im Laufe der Jahrzehnte von etwa 30 bis auf 85 Mitglieder im Jahre 1905; das entsprach etwa einem neunprozentigen Anteil an der Bevölkerung unseres Dorfes. Sie war in dieser Zeit in das gesellschaftliche und Vereinsleben weitgehend integriert und unterhielt auch eine eigene Volksschule. 1933, am Vorabend des Naziregimes, lebten noch 53 jüdische Dornumer in ihrer Heimat, 1940 wurden die letzten acht deportiert.

Der jüdische Friedhof

Der Herrlichkeitsbesitzer Hero Joachim von Closter (16611727) wies höchstwahrscheinlich der jüdischen Gemeinde von Dornum nach der Weihnachtsflut von 1717 die etwas außerhalb des Ortes liegende Lübbe-Lübben-Warft als Begräbnisplatz zu. Der Platz wurde zunächst von den jüdischen Bewohnern gepachtet, was nach der jüdischen Vorschrift nicht erlaubt ist, da jüdische Friedhöfe und Gräber für die Ewigkeit angelegt sind.

Drei Atomsprengköpfe

Auch Dornum war, man glaubt es kaum, am Kalten Krieg beteiligt. Na ja, zumindest passiv. In diesem fast schon vergessenen Zeitalter zog sich von Nord nach Süd quer durch die Bundesrepublik ein NATO-Luftverteidigungsgürtel. Die heranfliegenden Bomberpulks (eigentlich ein Vorstellungsrelikt aus dem Zweiten Weltkrieg) des Warschauer Paktes hätten im Falle eines Falles in derart großer Höhe mit raketenbasierten Atomsprengköpfen abgeschossen werden sollen, dass ein radioaktiver Fallout hienieden in Abrede gestellt wurde. In insgesamt 38 Stellungen waren Flugabwehrraketen vom Typ Nike-Hercules stationiert, die auf 30 km Höhe steigen und 120 km weit fliegen konnten. Betrieben wurden diese Stellungen von der Bundeswehr, aber die atomaren Sprengköpfe unterlagen der Aufsicht der US Army (Zwei-Schlüssel-Prinzip), die dafür jeweils eigenes Wachpersonal (Custodial Teams) abstellte.